Donnerstag, 21. August 2008

Mehr Details zum Acer Aspire One 150L

Wie ich schon am Tag der Ankunft des One erklärte, fasziniert das Gerät durch seine hochwertige Haptik - nicht zu vergleichen mit den bisherigen EEE PC-Modellen. Auch optisch macht das Gerät einen hochwertigen Eindruck und weiß durch das schicke Design zu gefallen.

Die Tastatur läßt sich nach kurzer Eingewöhnung an das kleine Raster fließend mit meinem "8 1/2 Finger-System" bedienen. Auch 10-Finger Schreiber sollten problemlos damit klar kommen, sofern die Hände oder Finger nicht allzu groß gewachsen sind.

Das Touchpad reagiert hervorragend. Der rechte Bereich kann zum vertikalen, der Linke zum horizontalen Scrollen verwendet werden. Die links und rechts befindlichen Maustasten sind zwar unüblich, stören mich jedoch absolut nicht, zumal ich den Doppelklick statt mit der linken Taste meistens mit dem Tochpad selbst erledige.

Links neben der Space-Taste befindet sich zwischen "Alt" und "Fn" eine Taste mit Haus-Symbol. Mit dieser Taste werden alle geöffneten Anwendungen minimiert, und der Desktop wird frei um weitere Programme zu starten.

Dass die "Pos1" und die "Ende"-Tasten nur über die "Fn"-Taste erreichbar sind stört zwar etwas, aber irgendwo müssen bei einer solch kleinen Tastatur nunmal Abstriche gemacht werden.

Wie man es von Notebooks gewöhnt ist sind die F-Tasten teilweise bei Druck der Fn-Taste mit Sonderfunktionen belegt. So kann man das Tochpad mal eben abschalten, den VGA-Ausgang aktivieren, Die Lautsprecher stumm schalten, oder das Gerät in den Schlafmodus versetzen. Letzteres geschieht ebenso, wenn man das Display zu klappt (Das Aufwachen dauert ca. 4 Sekunden). Die Lautstärke und die Displayhelligkeit lassen sich über die Pfeiltasten in Verbindung mit der Fn-Taste regeln.

Das Display ist solide am Gehäuse befestigt. Man hat nicht das Gefühl, im Laufe der Zeit könnten die Gelenke Probleme bereiten. Das oft verunglimpfte Spiegeldisplay sorgt für eine satte Farbwiedergabe. Es macht Spaß, darauf Fotos und Videos zu betrachten. Natürlich ist der Spiegeleffekt gelegentlich störend, ob ich dafür aber lieber ein flaues Mattdisplay hätte? Überraschender Weise kann das Display auch bei Sonnenschein noch recht gut gelesen werden (mei maximal eingestellter Display-Helligkeit). Bei meinem anderen Notebook kann ich nicht mal in den frühen Abendstunden auf dem Balkon arbeiten. Mit dem Aspire one sitze ich dagegen gerade am Pool auf Teneriffa. :)
Nur den kleinen Mauszeiger, kann ich unter diesen Bedingungen oft kaum finden.
Im normalen Innenraum fällt mir bei Festplattenaktivität ein leichtes Pulsieren der Display-Hintergrundbeleuchtung auf. Ich vermute leichte Stromschwankungen als Ursache. Es stört allerdings nicht weiter.

Die angezeigte Akku-Laufzeit schwankt je nach Anwendungsfall. Nutzt man Multimedia-Anwendungen, hört zum Beispiel Musik, schaut einen Film oder schaltet die WLAN-Karte ein (ja, die ist per Schiebeschalter de/aktiviertbar!), sinkt die Akkulaufzeit. Im Schnitt kann man aber von einer Laufzeit von 2 Stunden ausgehen (gemischte Nutzung). Eine Korrekte Messung per Stoppuhr halte ich für wenig sinnvoll, da es sowieso auf Faktoren wie eingestellte Displayhelligkeit und Nutzungsart ankommt. Des weiteren wird bald ein 6-Zellen Akku verfügbar sein, der für ca. 99 Euro das One auf eine Laufzeit von ca. 4 Stunden heben wird.

Vorhandenen Wireless-Netze werden zuverlässig gefunden. Das Verbinden könnte einfacher nicht sein, da die genutzte Verschlüsselungsart automatisch vorausgewählt wird. Steckt man ein Netzwerkkabel ein, wird statt der WLAN-Verbindung das Ethernet genutzt. Die DHCP-Verbindung klappt wie zu erwarten tadellos.

Das auf dem Gerät vorinstallierte Linpus Linux ist von den Acer-Leuten hervorragend auf das Aspire One abgestimmt worden. Es wurde eine sehr sinnvolle Auswahl an Software getroffen. So finden sich neben der OpenOffice.org-Suite der Firefox-Browser, ein Acer-eigenes E-Mailprogramm, das vom Aufbau stark an Evolution erinnert. Auch der MediaMaster und der FotoMaster sind Acer-eigene Entwicklungen und lassen sich auf Anhieb intuitiv bedienen, habem jedoch einen sehr eingeschhränktem Funktionsumfang.

Der Desktop wurde in 4 sinnvolle Bereiche gegliedert: "Verbinden" für die Kommunikation, "Arbeit", "Spaß" und "Dateien". Anhand der Tabulator Taste kann man zwischen den Bereichen wechslen, mit den Pfeiltasten lassen sich die Anwendungen auswählen. Ein Druck auf Return starten das Programm. Natürlich geht das auch alles per Touchpad. Oben links befindet sich ein Suchfeld, welches wahlweise zum Auffinden von Dateien, oder zur Internetrecherche genutzt werden kann (Auswahl der Suchart per Dropdown). Unter den vier Anwendungs-Bereichen findet man Schaltflächen um zu den Einstellungen oder der Hilfe zu gelangen.

Der Acer-eigene Instant-Messenger unterstützt MSN, Yahoo!-Messenger, Google-Talk und AIM. Auf Jabber und ICQ hat man leider verzichtet.

Sehr eigenartig ist, dass die Software zum Aufnehmen von Bildern und Videos sich von mir bisher nicht dazu überreden ließ, Videos mit Ton aufzuzeichnen. Ich hatte schon den Verdacht, das eingebaute Mikro sei defekt, jedoch funktioniert die Soundaufzeichnung mit dem Konsolenprogramm 'rec' ganz hervorragend. Ein mit der offanbar namenlosen Anwendung aufgezeichneter Film beinhaltet jedoch tatsächlich keine Tonspur, wie ein Abspielen mit mplayer auf der Konsole zeigt. Schade.

Skype, Ekiga oder eine andere VoIP-Telefonie Lösung ist nicht vorinstalliert.

Über Alt-F2 kann man in gewohnter Linux Window-Manager-Manier Programme über deren Namen starten. So gelangt man durch Eingabe von "terminal" direkt in die Kommandozeile um dort das Dateisystem zu erkunden, Konfigurationsdateien zu bearbeiten (vim ist vorinstalliert) oder andere administrative Arbeiten zu erledigen.

Linpus-Linux basiert auf Fedora. So kann man sich sehr schnell fehlende Programme aus dem reichhaltigen Repository herunterladen. Mit 'sudo pirut' im Terminal gelangt man nach eingabe des Passwortes zum grafischen Paketmanager. Alternativ kann man auch 'yum' auf der Konsole verwenden (z. B. sudo yum install PAKETNAME). So lassen sich z. B. openssh, gnupg oder GIMP im Handumdrehen installieren.

Damit man an die nachinstallierten Programme auch ran kommt, bleibt im ersten Moment nur der Weg über das Terminal, oder Alt+F2. Durch einen kleinen Trick, kann man jedoch das xfce-Anwendungsmenü erfügbar machen. Dazu startet man im Terminal
'xfce-setting-show', das Konfigurationsprogramm von xfce. Dann wählt man "Desktop" und wechselt zum zweiten Reiter namens "Behavior". Hier einfach "Show desktop menu on right click" aktivieren. Bei einen Rechtsklick auf einem freien Desktop-Bereich erscheint nun das xfce-Anwendungsmenü. Natürlich lassen sich auch andere xfce-Optionen im Konfigurationsprogramm steuern. Man sollte jedoch vorsichtig sein, um das von Acer gut ausbalancierte Desktopsystem nicht zu gefährden.

Interessanterweise ist compiz auf dem Aspire One installiert und übernimmt auch das Zeichnen der Fenster. Startet man auf der Konsole den compiz-manager, erhält man einen ruckelfrei arbeitenden 3D-Desktop mit Desktop-Würfel (drehbar mit Strg+ALT+Pfeiltasten). Wirklich zu empfehlen ist das jedoch in den Standard-Einstellungen nicht, da rote Fensterrahmen gezeichnet werden, was das eingängige Design stört. Außerdem lassen sich die Fenster nach Alt + Klick in die Fenstermitte nicht nach oben aus dem sichtbaren Desktop-Bereich schieben. So bleiben die Schaltflächen mancher übergroßer Fenster unnerreichbar. Dieses Verhalten kann man compiz bestimmt abgewöhnen. Ob, und wie das geht, müsste man bei Bedarf recherchieren. Nach einem reboot übernimmt das von Acer vorkonfigurierte compiz wieder seine Aufgabe, ohne 3D und Wabbelfenster.

Bei so viel Licht muss es doch auch Schatten geben. Und tatsächlich, bin ich auf zwei gravierende Probleme gestoßen.

Probleme mit Bluetooth-USB-Sticks
Beim Einstecken eines betagten MSI BToe Sticks, blinkt die blaue LED in regelmäßigen Abständen und man freut sich auf die Reibungslose Inbetriebnahme. Doch leider trügt der Schein. Alle Versuche, den Stick zu nutzen scheitern bisher. Der Befehl 'hcitool dev' würde die erkannten Bluetooth-Geräte auflisten. Doch leider erscheint keines. 'hciconfig' quittiert seinen Dienst mit der Meldung "Can't open HCI socket.: Address family not supported by protocol". Mit 'dmesg' sieht man zwar, dass ein USB-Gerät erkannt wurde, doch offenbar nicht als Bluetooth-Device.

Das gleiche Problem zeigt sich beim HAMA Micro Bluetooth-Stick. Hier blinkt nicht mal die LED. Beide Sticks laufen unter Ubuntu auf anhieb.

Hitze-Problem beim Betrachten von Filmen
Ein weiteres Problem zeite sich auf dem Hinflug zum Urlaubsort. Bequem in den Sessel zückgelehnt wollte ich einen als iso-Image vorliegenden DVD-Film ansehen.

Das mounten klappt problemlos als root, mit "mount -o loop /PFAD/ZUM/FILM.iso /mnt/cdrom". Als normaler User startete ich dann gmplayer und übernahm die *.vob-Dateien in die Playlist. Die Wiedergabe war in Vollbild ruckelfrei. Lediglich leichte Streifenbildung in einigen Bildteilen ist mir gelegentlich aufgefallen,jedoch nicht weiter störend. Sound über Ohrhörer perfekt. Doch dann, nach etwa 40 Minuten Filmwiedergabe beendete sich gmplayer. Zumindest das GUI verschwand. Der noch aktive Prozess ließ sich nicht per 'kill -9 PROZESSNUMMER' beenden. Ein Ausschalten des Aspire One per 'halt' oder 'shutdown' war nicht möglich. Geschlossene Fenster hinterließen eine graue Fläche auf dem Desktop. Totalausfall. Das einzige was noch half, war das lange Gedrückthalten des Power-Knopfes. Ich stellte eine ungewöhnlich hohe Temperatur im Bereich des Prozessors fest. Zusätzlich was in der Mitte der Unterseite eine sehr warme Stelle - dort, wo die Festplatte zu vermuten ist. Das Aspire One brauchte erstmal eine Pause. Nach 10 oder 15 Minten wagte ich ein erneutes Einschalten. Der nach dem BIOS-Screen sichtbare blaue Boot-Bildschirm war ungewöhnlich lange sichtbar, während die Festplatten-LED hektisch blinkte. Was da passierte, kann ich nicht sagen, ich habe keine Möglichkeit gefunden, in einen Textmodus zu gelangen um z. B. die Logfiles einzusehen. Nach ca. 3 bis 5 Minuten stratete das Gerät sich neu und lief problemlos hoch.

Das Phänomen lässt sich jederzeit reproduzieren. Ein weiteres Mal möchte ich das eigentlich nicht testen - wer weiß wie oft der Prozessor oder die Platte das noch mitmachen. Vielleicht liegt es daran, das sowohl Prozessor, als auch Harddisk dabei stark gefordert werden und die Abwärme das Gehäuse nicht schnell genug verlassen kann. In desem Fall könnte es schon genügen, Filme statt von Festplatte von einem USB-Stick aus zu schauen. In jedem Fall halte ich dies für ein doch gravierendes Problem. Denn das Problem könnte durchaus auch auftreten, wenn man wirklich wichtige Arbeiten an dem Gerät verrichtet, statt nur einen Film anzusehen. Ich werde sofort nach dem Urlaub mit Acer Kontakt aufnehmen - mal sehen, wie sich das Problem lösen lässt.

Fazit
Das Acer Aspire One 150L ist ein durchaus gelungenes Netbook. Nicht nur der niedrige Anschaffungspreis und die guter Hardware-Ausstattung (1GB RAM, 120 GB Hdd) überzeugen, auch das hochwertige Aussehen und das edle Design machen das Gerät schmackhaft. Das vorinstallierte Linpus Linux ist so konfiguriert, das man auch als Windows-Benutzer keine Probleme hat, sofern man mit dem Lieferumfang zufrieden ist. Das Nachinstallieren von Software ist jedoch einfach, wenn man sich mit Linux auskennt.

Leider lässt sich die fehlende Bluetooth-Funktionalität bei Linpus Linux nicht so leicht nachrüsten, wie man sich das wünschte. Auch das Hitzeproblem bei hoher Auslastung bis hin zum Kollaps lässt sich nicht wegdiskutieren. Das leicht pulsierende Display ist offenbar nicht für jeden wahrnehmbar, stellt also eher einen Schönheitsfehler dar.

Nach einigen Tagen mit Linpus Linux überlege ich nun, Ubuntu oder Xubuntu zu installieren. Dann wäre das Bluetooth Problem schonmal aus der Welt geschafft. Außerdem könnte ich eine verschlüsselte Partition für persönliche/schützenswerte Dateien nutzen.

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